The Reverend Peyton’s Big Damn Band // The Wages
- Albumtitel: The Wages
- VÖ GSA: 23.04.2010
- VÖ USA: 20.05.2010
- Formate: CD, LP, digital
- Label: SideOneDummy
- Vertrieb (D): Cargo
- Website: www.bigdamnband.com
- Myspace: www.myspace.com/therevpeytonsbigdamnband
Ein dicker, bärtiger und Tabak kauender Pastor aus Indiana, der mit seiner völlig abgedrehten Frau und seinem jüngeren Bruder eine Band gründet, ist der Auslöser dafür, dass sich in den Staaten zahlreiche Cowboys und Leute mit buntem Irokesenschnitt in den Armen liegen und eine riesengroße Party feiern. The Reverend Peyton’s Big Damn Band schaffen ein Gerüst, das Country und Punk/Rock vereint. 2009 überraschte die Band aus Indiana so manchen – vor allem live sorgten sie für Furore (das White Trash in Berlin stand kopf), 2010 legen sie mit einem neuen Album und Liveterminen in Europa nach.
Mit der jetzt anstehenden Veröffentlichung von The Wages beweist das Country Blues Trio, dass sie einfach mehr sind als eine verdammt gute Liveband. Ihr zweiter Release für das amerikanische Independent Label SideOneDummy wurde von Paul Mahern (Zero Boys, John Mellencamp) produziert und in der Bandtradition aufgenommen: live im Studio, ohne Overdubs und analog.
Aktueller denn je befasst sich The Wages thematisch mit den harten und bitteren Realitäten des Lebens, hierin der Blues Tradition folgend, und setzt gelebten Optimismus dem entgegen. Ein Song befasst sich mit Crystal Meth Missbrauch und dem Verschwinden der amerikanischen Familienfarm („In A Holler Over There“), andere Songs thematisieren Lebensunterhalt („Everything’s Raising“), unerwiderte Liebe („Sure Feels Like Rain“) und natürlich auch Mord („Lick Creek Road“).
Aber die Reverend Sippe feiert auch das ländliche Leben wie in „Born Bred Corn Fed“, beschert uns einen weiteren Sing-a-long Song wie „Clap Your Hands“ und bietet Hoffnung fürs Duchhalten in „Just Getting By“.
The Big Damn Band ist eine echte Familienangelegenheit: der gute Reverend Peyton (Gitarre und Gesang), seine Frau „Washboard“ Breezy Peyton (Waschbrett und Gesang) und neuerdings ein entfernter Cousin namens Aaron „Cuz“ Persinger (Drums und Eimer). Die Heimatbasis liegt in den Bergen des Bown County in Süd-Indiana, wo die Bevölkerung gerade mal 14.957 Menschen zählt – oder besser gesagt 14.954, denn die Band ist ja nie da, wenn sie an die 250 Gigs pro Jahr spielt… inkl. einiger Auftritte beim Austin City Limits Festival oder als Support von Flogging Molly, Derek Trucks und Clutch.
„Ich bin auf dem Land aufgewachsen und ländliches Leben und Kultur haben mich geprägt,“ sagt der Reverend, der tatsächlich ein Kentucky Colonel ist, so wie einst Elvis Presley, Roy Rogers and Tiger Woods. „Seit meiner Kindheit mache ich Musik. Und ich glaube, wir sind jetzt auf dem richtigen Weg.“ Die Kombination von Authentizität und Originalität, wie auf The Wages dargeboten, bietet tolle Stimmen und Melodien, bodenständige Gitarrenarbeit und fußstampfende Rhythmen, die in ihrer Summe den Boden für ehrliche und bewegende Songs bereiten und ohne Ironie und Künstlichkeit auskommen.
„Wir mögen nur wenige sein, aber wir klingen groß,“ sagt Washboard Breezy dazu. „Ich glaube, wir sind einfach groß. Und wenn es nur deswegen ist, dass es okay ist, ganz normal zu sein.“
